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ELI digi lab 2.0

"Ewig(es) Leben durch KI?" Ein inspirierender Tag an der Schnittstelle von Medizin, Technologie & Ethik

Das diesjährige ELI digi lab 2.0 stand ganz im Zeichen der Frage, wie Künstliche Intelligenz unser Leben – und vielleicht sogar unser Lebensende – verändern könnte. Die Veranstaltung, welche am 21. Jänner 2026 stattfand, war sehr gut besucht, und zahlreiche Mitarbeiter*innen nutzten die Gelegenheit, sich in Vorträgen, interaktiven Stationen und Gesprächen umfassend über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Bereits beim Eintreffen im forte Kongresszentrum erwartete die Gäste eine offene und lebendige Atmosphäre. Die Themenvielfalt reichte von medizinischer Diagnostik über Kardiologie und KI-Ethik bis hin zu philosophischen und spirituellen Aspekten digitaler Unsterblichkeit.

Der erste Vortrag „Vertrauen in Künstliche Intelligenz: Eine gute Entscheidung?“ von Prof. Dr. Dr. René Riedl (FH OÖ / Johannes Kepler Universität Linz) widmete sich einem grundlegenden Thema: Was ist eigentlich Künstliche Intelligenz – und können wir ihr vertrauen?

Prof. Riedl definierte KI als Systeme, die menschliche Intelligenz nachahmen und Aufgaben wie Wahrnehmen, Lernen, Entscheiden und Handeln übernehmen können. Beispiele wie generative KI, autonome Fahrzeuge oder pflegerische Robotik verdeutlichten die zunehmende Durchdringung aller Lebensbereiche.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Konzept Vertrauen: Vertrauen ist ein Verhalten, das Menschen verletzlich macht und dennoch essenziell für das Zusammenleben ist. Auch gegenüber KI spielt Vertrauen eine zentrale Rolle – und variiert stark zwischen Ländern. In Österreich liegt das Vertrauen in KI bei etwa 40 %. Gesellschaftliche Strukturen beeinflussen, wie rasch KI akzeptiert wird.

Besonders eindrucksvoll war die Darstellung, wie Ärzt*innen KI-Empfehlungen verarbeiten: Sie bilden üblicherweise zuerst eine eigene Diagnose. Die KI wirkt dann als „Anker“ – Bestätigungen führen zu weniger kritischer Prüfung („blindes Vertrauen“). Widersprüche erzeugen innere Konflikte und erfordern bewusste Auseinandersetzung. Prof. Riedl zeigte praxisnah, dass die besten Entscheidungen durch die Kombination von ärztlicher Expertise und kritischer Reflexion der KI-Empfehlungen entstehen – unabhängig vom medizinischen Fachgebiet.

Auch ethische Fragen wurden angesprochen, etwa im Einsatz von Robotik in der Pflege.

Zwischen 10:00 und 16:00 Uhr standen zahlreiche interaktive Stationen offen, die durchgehend gut besucht waren. Highlights waren: Graphic Recording von Daniela Waser, KI Essentials – verantwortungsvoller Umgang mit KI, KIWI – Einführung von KI-Werkzeugen bei den Elisabethinen Linz–Wien, AIHTA: Wie nützt KI den Patient*innen?, Forschungsprojekt AIMS – KI-gestützte Überwachung & Frühwarnsysteme und der Workshop „Ewiges Leben durch KI?“ mit Mag.a Anna‑Lena Mauschitz.

Am Nachmittag folgten zwei weitere Vorträge:

"Die stille Revolution der Herzmedizin" von OA Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner (Ordensklinikum Linz Elisabethinen)
Hier standen neue Technologien in der Kardiologie im Fokus – von modernen Diagnosesystemen bis hin zu KI-gesteuerten Assistenztools, die Ärzt*innen bei komplexen Entscheidungen unterstützen.

"Der Mensch im Zeitalter der KI-gestützten Medizin" von Dr. Jama Nateqi, CEO Symptoma (CEO & Founder Symptoma better diagnosis, Österreicher des Jahres 2020)
Dr. Nateqi beleuchtete, wie KI Diagnostik präziser und schneller machen kann und zugleich Patientensicherheit erhöht. Seine Erfahrung zeigte, wie wichtig evidenzbasierte KI-Werkzeuge in der klinischen Praxis bereits heute sind.

 

Das ELI digi lab 2.0 zeigte eindrucksvoll, wie rasant sich die technischen Möglichkeiten entwickeln – und wie wichtig es ist, ethische, soziale und spirituelle Fragen mitzudenken.
Die Veranstaltung bot einen Raum für Austausch, kritisches Nachdenken und Inspiration und verdeutlichte: KI ist längst Teil unseres beruflichen und privaten Alltags – und gemeinsam wollen wir lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen.