„Auch die schönste Blume wächst im Gatsch“

MEINER FREUNDIN UND MIR, zwei relativ frisch bekehrten jungen Frauen, ist etwas aufgefallen, etwas was uns überhaupt nicht gefallen hat. Alle Frauen die sich im besten Vermittlungs- und Lifestyle-Alter befinden und sich für Jesus entschieden haben, kriegen keinen Mann mehr ab, nehmen zu und verändern sich optisch überhaupt sehr. Aus durchtrainierten, top gestylten, feschen und coolen Ladys werden plötzlich ganz neue Wesen. Die bunte Farbe aus dem Gesicht verschwindet, die Röcke werden immer länger, die Hosen immer weiter, die Brust wird hinter netten Blusen verpackt und statt der High Heels werden gemütliche breite Treter getragen.

 

Heißt: Alles, in was Frau jahrelang investiert hat, Stunden im Fitnessstudio, Geld für den perfekten Look und das Bemühen ja immer und überall genau dafür begehrt zu werden – WEG. Und dann steht sie da, ohne ihre Dekoration, so wie Gott sie geschaffen hat und muss von vorne anfangen, mit ALLEM. Statt fünf Mal in der Woche Bauch-Beine-Po geht’s jetzt zur heiligen Messe, der Wecker morgens klingelt genauso früh, aber nicht um sich anzumalen, sondern um zu beten – ja, sie will den Tag mit Gott beginnen, die Wochenende verbringt sie nicht mehr champagnertrinkend und flirtend im Club, sondern sucht die Ruhe im Herrn. Und besonders heilig ist der Sonntag geworden, nicht um den Alkoholrausch auszuschlafen, sondern um Eucharistie zu feiern.

 

Hört sich alles schön und nach ganz viel Gnade an, aber für Frauen, die jahrelang ein ganz anderes Bild von sich und der Welt hatten und dann anfangen, durch Gottes Augen zu blinzeln, kann genau wie für meine Freundin und mich diese Erkenntnis „erschreckend“ sein. Schließlich haben wir ganz klare Pläne und Vorstellungen von unserem Leben gehabt, von unserem Aussehen und der Märchenhochzeit und dann kommt dieser Gott und wirft alles über den Haufen. Angefangen vom Spiegelbild bis hin zur Seele. Doch heute ermutigen wir uns gegenseitig, indem wir uns sagen: „Gott hat eh den besten Geschmack.“ Mit einem breiten Grinsen, leichter Panik vor dem was er noch aus uns macht, aber mit viel Vertrauen sagen wir ja zu unserm himmlischen Vater und seinen für uns manchmal verrückten Plänen. Der Frühling ist die Zeit der erwachenden und sprießenden Natur, das Aufbrechen – ein sich auf den Weg machen, das Aufblühen – eine positive Entwicklung und das Erwachen ist der Auferstandene selbst – Jesus Christus.

MONIKA BALIKIC

 

EINE SCHWERBERÜHRTE UND GLÜCKLICHE BESUCHERIN BEI EINEM „KOMM UND SIEH“ BEI DEN ELISABETHINEN.