Frühlingszeit ist Aufbruchszeit

Morgenstimmung in den elisabethinischen Einrichtungen

Frühling ist, die Zeit des Aufblühens und der Erneuerung. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um Ihnen über die neu entstehenden Einrichtungen und Angebote der Elisabethinen in Graz, Linz und Wien zu berichten.

„… UND JEDEM ANFANG wohnt ein Zauber inne …“ schrieb Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Dieser Zauber ist es, den wir jedes Jahr auch im Frühling wahrnehmen, der Zeit des Wiedererwachens der Natur. Man spürt förmlich die Aufbruchstimmung von Tier- und Pflanzenwelt, wenn die Tage immer länger und immer wärmer werden. Diese Aufbruchstimmung ist auch bei den Elisabethinen spürbar. Immer wieder, wenn auch nicht im Rhythmus der Natur.

„… nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen …“ schrieb Hesse einige Zeilen weiter in seinem Gedicht. Und genau das ist es, was die Elisabethinen und ihre Einrichtungen anspornt, immer wieder Neues zu schaffen, neue Wege zu gehen, um die Menschen ein wenig froher zu machen.

 

Digitalisierung und Zuwendung

Digitalisierung ist heute das Schlagwort für Erneuerung schlechthin. Aber kann Digitalisierung die menschliche Zuwendung unterstützen, die den Elisabethinen so wichtig ist? Ja, das geht und diese Möglichkeiten wollen die Elisabethinen unterstützen und weiterentwickeln. Ein perfektes Beispiel dafür ist youtoo.help. Dieses Tool hilft pflegenden Angehörigen bei der Bewältigung ihrer oft sehr anstrengenden Aufgabe. Wer spielt mit Oma Uno? Wer geht mit Opa zum Arzt? Wo bekomme ich einen Rollator her? Wer besucht Tante Rosa im Seniorenheim? Youtoo.help hilft dabei, diese Fragen rasch zu lösen und dadurch mehr Zeit für den zu pflegenden Angehörigen zu haben. Mehr zu youtoo.help lesen Sie auf Seite 29.

 

„… wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten …“ lautet eine weitere Zeile im Gedicht von Hesse. Auch das könnte kaum besser auf einige Projekte der Elisabethinen passen. In Linz fuhren erst vor einigen Wochen die Bagger auf, um in unmittelbarer Nähe des Elisabethinen-Klosters die Baugrube für ein neues Wohngebäude zu schaffen. Es handelt sich dabei aber natürlich nicht um ein Wohnsilo. Vielmehr wird hier Wohn- und Lebensraum für mehrere Generationen geschaffen, der den jeweiligen Bedürfnissen gerecht wird und ein gutes Miteinander fördert. Wohnen mit Service geht hier ab 2020 Hand in Hand mit Wohnungen für Studierende. Auch für die Jüngsten wird Platz geschaffen, in einer Betreuungseinrichtung für Kinder von Mitarbeiterinnen der Elisabethinen. Und auch das Lebensende findet Platz in diesen Neubauten, wenn das St. Barbara Hospiz Linz in seine neue Bleibe ziehen wird, die an die speziellen Bedürfnisse der hier für meist wenige Wochen lebenden, schwerkranken Menschen angepasst wird. Erste Eindrücke von diesem Gebäudekomplex für alle Generationen geben die Zeichnungen der Architekten.

 

Neue medizinische Schwerpunkte

Aufbruchsstimmung herrscht auch in der Steiermark. In den „Stufen“ von Hesse heißt es: „… es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne …“ So ein Abschied und Neubeginn wird derzeit im Krankenhaus der Elisabethinen Graz vorbereitet. Hier werden die medizinischen Schwerpunkte in den kommenden Jahren ganz neu ausgerichtet. Die optimale Versorgung von alten Menschen steht dann noch mehr im Zentrum, als das bisher schon der Fall war. Aber es heißt bis 2025 Abschied nehmen von den bisherigen Aushängeschildern Chirurgie und HNO. Stattdessen werden die Elisabethinen Graz sich auf Neurologie konzentrieren und das Zentrum für Alterspsychologie in der gesamten Steiermark werden – eine Chance, sich noch stärker um die Bedürfnisse von älteren Menschen zu kümmern.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


HERMANN HESSE, DAS GLASPERLENSPIEL

Einen anderen Neubeginn gibt es im kommenden Jahr im Burgenländischen Mönchhof. Das in die Jahre gekommene Kurhaus Marienkron wird hier komplett erneuert. Am 14. März 2018 fand der feierliche Spatenstich für den neuen medizinisch-therapeutischen Trakt statt. Bei diesem Neubau wird besonders auf den nachhaltigen Einsatz von Natur materialien Wert gelegt. Und bereits Anfang 2019 wird Marienkron in neuem Glanz erstrahlen und den Kurgästen nicht nur erstklassige Therapien sondern auch ein attraktives Ambiente in neuen Räumlichkeiten bieten. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 22.

 

Zentrum für den alten Menschen

Gebaut wird auch bei den Elisabethinen in Wien. Seit mehr als 300 Jahren steht in Wien Mitte direkt an der Landstraßer Hauptstraße schon ihr Krankenhaus, das heutige Franziskusspital. Rund um  dieses Krankenhaus entsteht ein umfassendes Zentrum für den alten Menschen. Verschiedene Wohnformen mit oder ohne Service- und Betreuungsleistungen werden errichtet. Die Malteser richten in ehemals von den Ordensschwestern genutzten Räumlichkeiten eine Pflegeeinrichtung ein. Verschiedene Therapieangebote, insbesondere ein Institut für Physiotherapie, aber auch ein gastronomisches Angebot runden das aufeinander abgestimmte Ensemble für Menschen im Alter im dritten Wiener Gemeindebezirk ab.

Ganz schön vielfältig, diese Erneuerung bei den Elisabethinen in Österreich. Und Sie können sicher sein, dass das nicht die letzten Neuerungen gewesen sein werden.


M. ETLINGER