Fortschritt für die Patientensicherheit

Fortschritt für die Patientensicherheit

2. elisabethinisches Pflegesymposium

Spannende Inputs und viel praxisnahes Arbeiten: Beim 2. elisabethinischen Pflegesymposium im Hotel Novapark zum Thema „Simulationsbasiertes Lernen und Patientinnensicherheit“ entführten die Elisabe - thinen Österreich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Welt der Simulation.

Christine Kienreich, MSc, Pflegedirektorin im Krankenhaus der Elisabethinen Graz, eröffnete das Pflegesymposium mit den Worten „Teilen ist der neue Reichtum“ und betonte die Wichtigkeit der Vermittlung von Wissen und Knowhow an Studentinnen und Schülerinnen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie auch an Kolleginnen anderer Krankenhäuser, da dies einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Patientensicherheit darstellt. Das Feedback der Mitarbeiterinnen zu über 60 Simulationstrainings seit 2012 bestätigt „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont Kienreich. „Besinnen Sie sich immer wieder auf den Kern Ihres Berufes.“ Mit diesem Appell begrüßte MMag. Dr. Christian Lagger, MBA, Geschäftsführer des Krankenhauses der Elisabethinen Graz und Sprecher der Elisabethinen in Österreich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pflegesymposiums. „Ihnen allen ist es wichtig, auf den Menschen zu schauen und ihm zu helfen. Dieses Prinzip ‚Schau hin und handle‘ ist auch ein Leitgedanke der Elisabethinen“, so Lagger.

Oberstes Ziel im Gesundheitswesen müsse die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sein. „Rund 2.900 bis 6.800 Menschen sterben jährlich in österreichischen Krankenhäusern aufgrund von vermeidbaren Zwischenfällen.“ Die Schätzung der SVA präsentierte Michael Weldi, MSc, OP Koordinator und Bereichsleiter des OP- und Simulationszentrums im Krankenhaus der Elisabethinen Graz, in der Keynote. Probleme im Bereich der sogenannten Human Factors, also beispielsweise Teamwork und Leadership, stehen hier im Fokus. Genau in diesem Bereich der interdisziplinären und multiprofessionellen Zusammenarbeit greifen Simulationstrainings. Das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz nimmt in diesem Bereich seit 2012 eine Vorreiterrolle in der Steiermark ein. Verwaltungsdirektor Christian Schroffenegger, MSc gewährte Einblick in die Anfänge des simulationsbasierten Lernens und der dazugehörigen Teamtrainings im Krankenhaus der Elisabethinen und erklärte, warum es günstiger ist, dieses Know-How von einem externen Anbieter zuzukaufen, als im Haus aufzubauen. In den Workshops wurden praxisnahe Strukturen erarbeitet, welche im Arbeitsalltag umgesetzt werden können. Besonders fordernd für die Teilnehmerinnen waren die Simulationstrainings, in denen sie realistische Notfälle anhand einer Simulationspuppe bewältigen mussten. In der Sponsorenausstellung präsentierten Partnerfirmen anschaulich ihre Produkte und Innovationen und standen für Fragen zur Verfügung.

Der Höhepunkt des Symposiums war die Live-Übertragung eines Simulationstrainings aus dem Krankenhaus der Elisabethinen. Im dortigen OP- und Simulationszentrum bewältigte ein Team einen fiktiven Notfall an der Simulationspuppe. Im Anschluss an das Live-Training folgte das Debriefing, die strukturierte Nachbesprechung, in der potentielle Lernfelder angesprochen wurden und das Publikum Fragen zum gezeigten Training stellen konnte. Die Podiumsgäste in der folgenden Diskussion sprachen über die Akzeptanz von Simulationstrainings unter den Pflegekräften und die weitere Entwicklung simulationsbasierten Lernens. „Wir werden ab dem kommenden Jahr Simula - tionstrainings für unsere Mitarbeiter anbieten“, versprach Regina Kickinger - eder, Pflegedirektorin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. In der Ausbildung kommen die Trainings gut an, auch wenn die Simulation in der Pflegeausbildung in Österreich erst am Anfang der Entwicklung ist.

In einem Punkt waren sich alle Vortragenden und Diskussionsgäste am Ende des Kongresstages einig: Es ist absolut gerechtfertigt, Simulationstrainings im Gesundheitswesen weiter auszubauen und neu einzuführen, denn das Resultat bedeutet mehr Sicherheit für die Patientinnen und Patienten – was das oberste Ziel jedes Mitarbeitenden im Gesundheitswesen sein sollte. Als Abschluss des Symposiums wurde die Staffel von Christine Kienreich, MSc an Regina Kickingereder, Pflegedirektorin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, übergeben, die im Jahr 2018 das 3. elisa - bethinische Pflegesymposium ausrichten wird.

A. FELBER