E wie Ethik wie Elisabethinen

E wie Ethik wie Elisabethinen

Besonders mit dem traditionellen jährlichen Ethikimpuls nehmen die Elisabethinen ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr. Thema in diesem Jahr war die Zukunft der Pflege.

 

Menschen stimmen mit ihren Füßen ab. Das gilt besonders für die Arbeitswelt, in der der Faktor Wissen immer erfolgsentscheidender wird. Besonders seit der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt sich, dass es zurecht ethische Ansprüche an Unternehmen gibt.

 

Ein Unternehmen ist heute eine „öffentlich exponierte Organisation …, die ihre Ziele und Strategien gegenüber der Öffentlichkeit legitimieren muss, nicht nur gegenüber dem Marktumfeld oder gar nur im privaten Bereich der Unternehmensmitglieder.“ (Michael Litschka) Das kann man als Majestätsbeleidigung oder als entbehrlich einstufen. Letzteres wird man dann jedoch schnell selbst sein.

Die ethische DNA einer Organisation ist für aktuelle und zukünftige Mitarbeitende zunehmend ausschlaggebend. Sie ist das tragfähigste und nachhaltigste Mittel der Zukunftsrelevanz, auch ökonomisch. Dieser ethische Code wird besonders von der Mission einer Organisation bestimmt. Peter Drucker hat das in die prägnanten Worte gefasst: „Ordnen Sie die Mission nie dem Gewinnstreben unter. Wenn es günstige Gelegenheiten gibt, die aber die Integrität der Organisation bedrohen, müssen Sie nein sagen. Andernfalls verkaufen Sie Ihre Seele.“

Besonders gilt all das für ein Ordenskrankenhaus. Haltung und Verantwortung sind daher unaufgebbare Charakteristika der Elisabethinen. In unserer Charta „Dem Leben Hoffnung geben“ heißt es: „Der eigene Vorteil darf nie Grund sein, diese Haltungen in Frage zu stellen oder zu relativieren.“ Ein wichtiges Element dabei sind das Ethikkomitee und die damit verbundene Ethikberatung. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse im klinischen Alltag ethisch aufmerksam und verantwortungsvoll mitzugestalten. Unsere Mitarbeitenden werden ermutigt, in der Ethikberatung mitzuwirken und dafür die grundlegende Ausbildung zu absolvieren. Gerade Ende November haben sechs Personen eine Ausbildung zum Thema „Klinische Ethikberatung“ absolviert. Mit eigenen Fortbildungsveranstaltungen werden zudem aktuelle ethische Fragen im Gesundheitswesen multiprofessionell diskutiert.

P. Rosegger