Erleben, wie Beziehung heilt

Beim offenen Klostertag gewährten die Elisabethinen Graz Einblicke in ihr Leben und ihr Wirken

Anlässlich des 800-Jahr-Jubiläums der Diözese Graz-Seckau öffnen Frauenorden in der ganzen Steiermark ihre Klöster für Besucher. Bei den Elisabethinen in Graz lernten die Besucherinnen die Schwestern in ihrem Kloster und in ihrem Krankenhaus kennen.

 

„BEZIEHUNG IST in mehreren Dimensionen erfahrbar“, sagte Mutter Bonaventura Holzmann, Generaloberin der Elisabethinen Graz und Geschäftsführerin des Krankenhauses, in ihrer Begrüßung. „Die Beziehung zwischen sich und Gott, die Beziehung zu den Mitmenschen, und nicht zuletzt die Beziehung zu sich selbst.“ Diesen Dimensionen konnten die Besucherinnen beim offenen Klostertag am 8. Februar 2018 nachspüren. „Im Idealfall empfängt jeder Mensch Beziehung und gibt jeder Mensch Beziehung, damit es ein ausgewogenes und heilsames Gleichgewicht gibt“, sagte Mutter Bonaventura. Sie lud die Gäste ein „heute ganz bewusst in diesen Dimensionen in Beziehung zu treten und auch die Beziehung zu uns Elisabethinen zu erfahren.“

 

Der rote Faden dafür waren Übungen aus den „Quellen der Kraft“, einem spirituellen Ratgeber, der in Ordenskrankenhäusern an Patientinnen ausgeteilt wird. Die Gäste wurden eingeladen, sich mit dem Vaterunser zu beschäftigten und sich auf Meditationen zum bekanntesten Gebet der Welt einzulassen. Beim Impuls „Bitten“ konnten sie Gebetsanliegen formulieren, die während der Vesper im Rahmen eines Weihrauchopfers vorgebracht wurden. Die Ausstellung „Und er streckte seine Hand aus“ zeigte das Leben und Wirken der Elisabethinen Graz aus einer ungewohnten Perspektive: Fotos von Händen der Schwestern – in den unterschiedlichsten Situationen – bildeten die vielfältigen Talente, Alltagsmomente und Persönlichkeiten der Schwestern ab.

 

Zusätzlich zu den Impulsen erlebten die Gäste authentisch, was Gemeinschaft bei den Elisabethinen bedeutet. Zu Mittag wurden gemeinsam die Mittagshore gebetet und das Mittagessen geteilt. Beim anschließenden Kaffee wurden Berufungsgeschichten und Weltansichten erzählt, spirituelle und zwischenmenschliche Fragen diskutiert. Zehn Personen waren der Einladung zum „offenen Klostertag“ gefolgt, durch die kleine Runde kam jeder zu Wort und trug zu einem lebendigen Austausch bei. Insbesondere Ordensfrauen aus anderen Gemeinschaften, die das Angebot interessiert nutzten, waren neugierig auf die spezielle Spiritualität der Elisabethinen und berichteten ihrerseits von Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Die Vesper in der Chorkapelle bildete den gemeinsamen Abschluss.

 

„Im Idealfall empfängt jeder Mensch Beziehung und gibt jeder Mensch Beziehung, damit es ein ausgewogenes und heilsames Gleichgewicht gibt“

Die Idee zu den „offenen Klostertagen“, an denen elf steirische Frauenorden teilnehmen, entstand anlässlich des Diözesanjubiläums. Die Diözese Graz-Seckau feiert 2018 ihr 800-jähriges Bestehen mit Ausstellungen, Diskussionen und Veranstaltungen. Da sich die Frauenorden als aktiven und lebendigen Teil der Diözese verstehen, entstand die Idee zu den „offenen Klostertagen“ als Festgabe zu diesem Jubiläum. Elf Ordensgemeinschaften nehmen teil, bis 26. Mai gibt es noch Termine. Details: www.800-jahre-graz-seckau.at.

A. FELBER