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Bedeutende Frauen der Ordensgeschichte Linz

Hl. Elisabeth von Thüringen

1207 - 1231, Ordenspatronin

Lange vor der Gründung der Ordensgemeinschaft der Elisabethinen, säte die hl. Elisabeth den Samen für die Elisabethinen. Als Landgräfin Elisabeth von Thüringen die ersten Franziskaner kennenlernte, übte ihr Ideal der befreienden Besitzlosigkeit großen Einfluss auf sie aus. Beeindruckt von deren Lebensweise stellte Elisabeth ihr Leben in den Dienst der Nächstenliebe für Arme und Kranke.

„Seht, ich habe euch gesagt, dass wir die Menschen froh machen müssen!“


Apollonia Radermecher

1571 - 1626, Gründerin der Ordensgemeinschaft

Die Aachener Bürgerstochter sah als Leiterin des städtischen Armenhospitals täglich die Not der Armen und Kranken. Deshalb gründete sie gemeinsam mit zwei Gefährtinnen die „Gemeinschaft der Hospitalschwestern der Hl. Elisabeth nach der Regel des Dritten Ordens des Hl. Franziskus“ im Jahr 1622. Daraus entstand die „Ordensgemeinschaft der Elisabethinen“, die sich rasch von Aachen aus in mehrere Städte verbreitete.


Ernestine von Sternegg

1711 - 1762, Stifterin vom Kloster Linz

Bei den Elisabethinen in Wien

Das adelige Fräulein Ernestine von Sternegg, Tochter des Wiener Hofapotheker und Rittmeisters Günther von Sternegg, zog sich 1740 nach dem Tod ihres Vaters ins Kloster der Elisabethinen zurück. Sie wählte den Ordensnamen Sr. Innocentia von der Barmherzigkeit Gottes, ohne die Gelübde abzulegen.

Die Elisabethinen, obwohl erst seit 1709 in Wien, hatten durch ihren hingebungsvollen Krankendienst die Achtung der Stände und die Zuneigung der Bevölkerung gewinnen können. Ernestine von Sternegg wäre wohl nicht eingetreten, wenn sie diese Wertschätzung nicht geteilt hätte.

Idee der Klostergründung

Als Erbin eines ansehnlichen Vermögens, ist es nicht verwunderlich, dass ihr der Gedanke kam, selber ein Elisabethinen Kloster zu gründen. Vorerst waren es nur gelegentlich hingeworfene Bemerkungen zu ihrer Freundin und Vertrauten Sr. Viktoria, halb im Ernst, halb im Scherz:

„Ich werde doch noch ein Elisabethinenkloster stiften“.

Um Klarheit zu gewinnen, unternahm sie eine Wallfahrt nach Mariazell, besprach sich mit ihrem Beichtvater P. Caspar Schreyer und allmählich reifte der Plan bis zur Verwirklichung.

Ernestine teilte 1744 ihrer Oberin Aloisia von Blöumen mit, dass sie sich entschlossen habe, von ihrem Vermögen ein Kloster der Elisabethinen in Linz zu stiften. Anfänglich nicht gerade erfreut, ließ sie sich schließlich für den Plan gewinnen, stellte vier Schwestern für die Neugründung in Aussicht und schrieb im Namen des Konventes der Elisabethinen in Wien an Kaiserin Maria Theresia „um den landesfürstlichen Konsens zur Stiftung und Erbauung eines Kloster und Krankenhauses“. zu erhalten.

Linz als Ort für das Kloster stand nicht von vornherein fest. Die Stifterin schwankte zwischen den drei Städten Brünn, Olmütz und Linz. Durch das Los fiel die Entscheidung für Linz. Die Kaiserin und der Landeshauptmann waren dezidierte Befürworter des Projektes, nicht so der Klerus und die Stadtväter von Linz. Nach langem Ringen mit dem Magistrat Linz erteilte am 20. Mai 1745 Maria Theresia die Erlaubnis zur Errichtung eines Elisabethinenklosters „zum Zwecke, den erkrankten Dienstboten und anderen besonders von ansteckenden Krankheiten behafteten eine Zufluchtsstätte zu bereiten“.

Mit dem Schiff nach Linz

Die Stifterin reiste mit vier Schwestern, zwei Kandidatinnen samt Hausrat und zwei Krankenbetten, mit dem Schiff von Wien nach Linz. Am 17. Juli 1745 trafen sie in Linz ein und bereits am 6. September wurde die erste Patientin im provisorischen Konvent im Kirchstetterhaus gepflegt.

Mit dem Klosterbau wurde noch im September 1745 begonnen. Am 24. April 1746 wurde der Grundstein gelegt bis schließlich „am 22ten April 1749 der feyerliche Klostereinzug vor sich gieng“.

Ernestine von Sternegg konnte sich nicht lange an ihrem Werk freuen, denn sie starb 1762 im Alter von 51 Jahren und erlebte den Bau der Klosterkirche (1762-1768) nicht mehr. Wohl aber durfte sie noch erleben, dass der Bau der Klosterkirche gesichert war. 1762 trat das adelige Fräulein Anna von Baumbach in den Konvent ein und hatte bereits zuvor dem Kloster ihre gesamte Erbschaft vermacht. Sie wird als zweite Stifterin gesehen, denn durch ihre Erbschaft konnte das Werk entsprechend vollendet werden.

 

Bei der Gründung des Linzer Elisabethinenklosters gaben die religiösen und auch die humanitären Aspekte der Krankenpflege entscheidende Impulse. Dafür steht die Person der Stifterin. Sie hat ihr eigenes Leben mit eingebracht, in dem sie selber als Elisabethine in dem von ihr gegründeten Kloster lebte.

 

Quelle: Festschrift zum Jubiläum des 250jährigen; Konvent der Elisabethinen Linz 1995

1745

Das Kloster der Elisabethinen in Linz wird gegründet. Der Gründungstag wird jährlich am 17. Juli begangen. Die erste Kranke, die gepflegt wird, ist eine 16-jährige Magd, die an „Gallenfieber“ leidet.

1752

Vor ihrem Eintritt in den Konvent der Elisabethinen bestimmt Anna Maria Josepha von Baumbach ihr Erbe von 100.000 Gulden für den Bau der barocken Klosterkirche.

1926

Die Klostergemeinschaft wächst, ebenso weitet sich die Krankenpflege der „Lisln“ aus, welche die Schwestern von 1745 an bis zum Erlangen des Öffentlichkeitsrechts im Jahr 1926 unentgeltlich ausüben.

1962

Der Ausspruch der Hl. Elisabeth „Schau hin und handle“ ist für die Elisabethinen im Hinblick auf die Bedürfnisse der Zeit immer ein Leitprinzip. So wurde z. B. der erste Dialyseapparat aufgestellt.

1995

250 Jahre Kloster der Elisabethinen mit Krankenhaus wird gefeiert. Obwohl sich am äußeren Rahmen des klösterlichen Lebens und Wirkens viel verändert, bleiben die geistigen Wurzeln der Gemeinschaft unverändert.

2004

Der Kulturtreffpunkt „Ort der Begegnung“ wird begründet. Damit schafft der Konvent eine Möglichkeit für Menschen, den Schwestern auch abseits eines medizinischen Kontextes zu begegnen.

2007

Es erfolgt der Zusammenschluss mit den Elisabethinen Wien, wo aktuell sieben Schwestern im Konvent leben.

2009

Die neue Elisabethkapelle wird eingeweiht. Sie ist das Herzstück aller elisabethinischen Einrichtungen und spiritueller Kraftort mit einem breiten Angebot an liturgischen Feiern.

2017

Gemeinsam mit den Barmherzigen Schwestern wird das Ordensklinikum Linz gegründet.

... und heute

Die Geschichte der Elisabethinen begann im 13. Jahrhundert. Sie wird weiterhin Mut, Entschlossenheit und prophetisches Denken erfordern.

 

Wir laden Sie herzlich zu unseren Gottesdiensten in Linz oder zu Kloster- und Krankenhausführungen ein.