Elisabethinenkirche

Die Kirche „Zur heiligen Elisabeth" erbaute vermutlich Franz Jänggl. Baubeginn war 1709, die Weihe erfolgte am 6. September 1711. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht auszuschließen, dass die Pläne von Johann Lukas von Hildebrandt stammen.

Nach den durch ein Hochwasser des Wienflusses am 5. Juni 1741 angerichteten Schäden an den Fundamenten wurde die Kirche durch Franz Anton Pilgram wiederhergestellt, umgebaut und vergrößert. Baubeginn war am 18. September 1743. Bereits ein Jahr später war das Kirchengewölbe geschlossen und der Turm fertig gestellt, der allerdings noch ohne Dach blieb. So rasch wie die Bauarbeiten begonnen haben gehen sie nicht weiter.

Der Bau zog sich infolge Geldmangels in die Länge. 1748 konnte dank einer Stiftung der Kaiserin Maria Theresia konnte der Turm vollendet werden, am 20. Juli 1748 wurde das Turmkreuz aufgezogen und am 28. Juni 1749 findet die feierliche Einweihung der Kirche statt.

 

Die barocke Fassade

Der Bau Pilgrams ist durch die Verschmelzung von Kirche und Klostergebäude charakterisiert; die Kirchenlängsfront mit ihrer Pilastergliederung und dem geschwungenen Giebel wurde zur Schauseite gestaltet. Der übergiebelte Mittelrisalit (mit Kirchturm) bildet mit dem Kircheneingang eine funktionelle und optische Verbindung zwischen Kirche und Kloster.

Das Kircheninnere

Von besonderer Bedeutung ist die einheitliche und qualitätvolle Ausgestaltung. In den Türflügeln sieht man Symbole des Franziskanerordens (gekreuzte Arme unter einem Kreuz), darüber eine Krone (Landgräfin Elisabeth, Ordensheilige), oben das Monogramm „E“. Einer Ordenskirche entsprechend, besitzt die Kirche über dem Musikchor den Betchor der Nonnen.

 

Der Hochaltar

Der Hochaltar, der die ganze Südwand der Kirche bedeckt, wurde nach einem Entwurf Pilgrams von Josef Pendl ausgeführt. Das Hochaltarbild, von Quirin Johann Zimbal im Jahr 1749 gemalt, stellt die Aufnahme der hl. Elisabeth in den Himmel dar.

In den vier Altarskulpturen sind der hl. Franziskus, der hl. Josef mit dem Jesuskind, die hl. Anna mit Maria und der hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind zu erkennen.

Neben dem Altarbild nehmen die sechs am Sockel angebrachten vergoldeten Reliefs Bezug auf die hl. Elisabeth. Sie zeigen Szenen aus ihrem Leben.

 

Die Seitenaltäre

In vereinfachter Form zeigen die Seitenaltäre einen ähnlichen Aufbau wie der Hochaltar. Sie wurden allerdings im Jahr 1824 um zwei Säulen verschmälert und in ihrem Aufbau verkürzt. Der linke Seitenaltar wird als Kreuzaltar bezeichnet und zeigt eine Darstellung der Armen Seelen von J. Hermann aus dem Jahr 1824, die ein hölzernes Kreuz hinterfängt. Die Seitenfiguren sind die hl. Maria und der hl. Johannes. Am Giebel halten Engel die Leidenswerkzeuge, und den Abschluss bildet die geschnitzte Darstellung von Gottvater mit der Weltkugel und der Heiligengeist-Taube im Strahlenkranz.

Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Livinius mit einem Bild von Johann Georg Baumgartner geweiht und trägt die Datierung von 1711. Die Seitenfiguren stellen den hl. Blasius und den hl. Liborius dar. Am Gebälk sieht man die Erzengel Gabriel und Raphael, und die Bekrönung erfolgt durch den Erzengel Michael. Über der Mensa ist ein Glassarkophag mit den Gebeinen der hl. Columba eingelassen.

 

Kanzel

Die Kanzel an der südlichen Langhauswand stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und besteht aus einem Korb mit geschwungener Brüstung und einem Schalldeckel. Drei Felder der Brüstung sind mit vergoldeten Reliefs verziert, die den reichen Fischfang, den Guten Hirten und das Gleichnis vom Sämann zeigen.

 

Epitaph der ersten Wiener Oberin Maria Josepha Rupé

An der rechten Wand im dritten Joch vom Hochaltar her gesehen befindet sich das Epitaph (Grabmal) der 1736 verstorbenen ersten Wiener Oberin Maria Josepha Rupé. Auf der architektonisch gerahmten Inschrifttafel aus schwarzem und bräunlichen Marmor ist die Reliefbüste der Oberin zu erkennen sowie das Wappen des dritten Ordens.

 

 

 

Quelle: Drechsler, E.; Mayrhofer, M.A. (2009): Starke Frauen im Wandel der Zeit, Die Wiener "Lieserln" 1709-2009; Wagner Verlag.